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5 Herausforderungen beim Transport des COVID-19-Impfstoffs und mögliche Chancen

Die Verteilung der Covid-19-Impfstoffe hat weltweit begonnen – in der EU haben die Impfstoffe der Pharma-Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna bereits eine für ein Jahr gültige, aber verlängerungsfähige bedingte Zulassung, der Impfstoff Oxford/AstraZeneca erhielt eine Notfallzulassung in Großbritannien. Die Impfstoffe der Hersteller Curevac und Johnson & Johnson befanden sich (Stand: Anfang Januar 2021) in der für die Zulassung relevanten Studienphase, für das Vakzin von Sanofi ist eine Zulassung voraussichtlich erst Ende 2021 in Sicht. Weitere Impfstoffe (z. B. aus Russland oder China) sind bereits auf dem Markt, in der EU jedoch noch nicht zugelassen. 

Die Logistik stellt die Verteilung der Covid-19-Impfstoffe vor erhebliche Herausforderungen, z. B. müssen einige Impfstoffe bei extrem niedrigen Temperaturen transportiert und gelagert werden.

 

1. Gewährleistung von EU-GDP Standards 

Jedes Logistikunternehmen, das in der EU Impfstoffe an ihren Zielort bringt, muss die sogenannten EU-GDP-Standards erfüllen. Die Abkürzung GDP steht dabei für Good Distribution Practice –  Minimalanforderungen für den Transport von Arzneimitteln. Speditionen müssen sicherstellen, dass

 

  • die vertriebenen Arzneimittel nach EU-Recht zugelassen sind,
  • die Präparate jederzeit, auch während des Transports unter den jeweils vorgesehen Bedingungen gelagert werden,
  • auf dem Transport keine Verunreinigung durch andere Produkte erfolgt,
  • eine dem Arzneimittel angemessene Übergabe an weitere Transportmittel oder das jeweilige Lager stattfindet,
  • die richtigen Produkte den korrekten Empfänger in einer befriedigenden Zeitspanne erreichen.

 

Auch die Sendungsverfolgung der einzelnen Produkte muss gewährleistet sein, um etwa fehlerhafte Arzneimittel leicht aufzufinden und bei Bedarf zurückzurufen. Alle Logistikunternehmen, die Impfstoffe transportieren, müssen nachweisen, dass sie die GDP befolgen. Bis Ende 2021 hat die EU GDP-Zertifikate und zeitbeschränkte Großhandelserlaubnisse für Pharmaprodukte wegen des Corona-Ausnahmezustands automatisch verlängert, Kontrollen sind jedoch jederzeit möglich. 

 

Die großen Logistikunternehmen in Deutschland verfügen in der Regel über die Zulassung für den Transport von Arzneimitteln und weiteren Medizinprodukten. Da ihre Kapazitäten beschränkt sind, spielen in der Verteilung der Vakzine nun auch Logistiker eine Rolle, die bislang wenig Erfahrung mit dem Transport von Impfstoffen & Co. haben. Die Herausforderung besteht für sie darin, die GDP-Standards der EU zu erreichen und durchgängig zu beachten. 

 

2. Aufrechterhaltung der Kühlkette 

Die Kühlkette nicht zu unterbrechen, spielt bei vielen Medizinprodukten eine große Rolle, um die Wirksamkeit von Arzneimitteln sicherzustellen. Einige Covid-19-Impfstoffe müssen bei extrem niedrigen Temperaturen transportiert, verteilt und gelagert werden Der Biontech-Impfstoff ist besonders temperaturanfällig – er muss bis kurz vor der Verabreichung bei einer Temperatur von -70 Grad Celsius gekühlt werden, der Moderna-Impfstoff bei Temperaturen um -20 Grad Celsius. 

 

Trockeneis und andere Schwierigkeiten

Um den Biontech-Impfstoff zu befördern, muss daher zum Teil Trockeneis zur Kühlung eingesetzt werden. Trockeneis gilt in der Luftfracht jedoch als Gefahrgut – die Flugzeuge, die oft den ersten Teil des Impfstoff-Transports übernehmen, können daher nicht voll ausgelastet werden. Auch gibt es nur wenige Hersteller für Transportboxen, die eine derart niedrige Temperatur über einen längeren Zeitraum halten können, was zu Kapazitätsengpässen im Transport führen kann. Zumal diese Hersteller auch nur begrenzt produzieren können. Eine mangelnde Stromversorgung in manchen Einsatzgebieten des Impfstoffs wirft weitere logistische Probleme für die Einhaltung der Kühlkette auf.

Logistik steht noch nicht überall

Auch in den Verteilungs- und den Impfzentren müssen die extrem niedrigen Temperaturen bis zur Impfung beibehalten werden, was unter Umständen zu Platzproblemen führen kann. Denn die Ultratiefkühlgeräte haben etwa die Größe eines Doppelkühlschranks mit einem Fassungsvermögen von rd. 740 Litern oder umgerechnet 200.000 Impfdosen – viel zu wenig für eine Großstadt wie Hamburg. Denn die Impfstoffe müssen in der Regel zweimal innerhalb eines Monats verabreicht werden. Ein weiteres Problem: An einigen Orten in Deutschland ist die Logistik in den Impfzentren bislang noch unvollständig, es fehlen unter anderem Tiefkühlgeräte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht den Bund für die Kühlung der Impfstoffe vor Ort nicht in der Verantwortung, sondern die Länder.

Der Palettentransport der Impfstoffe ist ab dem zweiten Quartal 2021 geplant – auf die Containerschifffahrt und den LKW-Transport kommen dann ebenfalls die genannten Herausforderungen zu. 

 

3. Absicherung vor Hackerangriffen & Diebstahl

Die Impfstoffe sind wertvoll. Sie vor Diebstahl zu schützen, ist daher für Logistiker auf dem Weg zum Zielort oberste Priorität. Die Transportfahrzeuge sollten daher mit GPS-Trackern und Sensoren ausgestattet sein und es sollten möglichst zwei Fahrer einen Transport übernehmen, damit die Fahrzeuge jederzeit bewacht sind. Auch von den geplanten Routen dürfen sie nicht abweichen, Parkplätze nur anfahren, wenn sie bewacht sind. Die Logistikunternehmen müssen ihre Software zudem vor Hackerangriffen schützen, die z. B. die Auslieferung der Impfstoffe verzögern wollen (Stichwort “Coronaleugner”). 

 

4. Schnelle Lieferung nötig

Um einen Großteil der Bevölkerung zügig durchzuimpfen, braucht es große Mengen Impfstoff. Die EU hat beim Einkauf der Vakzine jedoch aufs falsche Pferd gesetzt und sich z.B. vom Sanofi-Impfstoff, der voraussichtlich erst gegen Ende 2021 zugelassen ist, 300 Millionen Dosen bestellt, von den Biontech- und Moderna-Impfstoffen, die in der EU derzeit verwendet werden dürfen, jedoch insgesamt nur 460 Millionen Dosen. Die Frage ist, wie geht es jetzt weiter? Deutschland hat bei Biontech 30 Millionen Dosen Impfstoff nachgeordert und Bundesgesundheitsminister Spahn hat allen Impfwilligen die Möglichkeit der Impfung bis zum Sommer 2021 zugesichert, doch bislang ist keinesfalls klar, ob diese Zusagen eingehalten werden können.

 

5. Geringe Kapazitäten im globalen Handel

Auch, was den Transport von Impfstoffen anbelangt, gibt es zahlreiche logistische Herausforderungen. Denn die aktuelle Lage, insbesondere im Seefrachtmarkt, zeigt ausgesprochen begrenzte Transportkapazitäten. So sind die Frachtschiffe von Fernost nach Europa derzeit ausgebucht, die Reedereien verlangen hohe Aufschläge pro Container, Lieferungen treffen wegen der zum Teil stark überfüllten Häfen verspätet ein. Damit steigen auch die Kosten für den Transport, nicht zuletzt weil einige der Impfstoffe eine “Sonderbehandlung”, sprich extreme Kühlung erfordern. 

 

Ausblick

Die Liste der Herausforderungen ist lang und die Auswirkungen auf globale Lieferketten sind nicht zu unterschätzen. Dennoch sollten wir uns darauf gefasst machen, dass uns die Verteilung der Covid-19-Impfstoffes die Logistik noch geraume Zeit beschäftigen wird. Denn die Verringerung der Frachtkapazitäten durch dringende medizinische Transporte beeinflusst ebenso auch die Beförderung anderer Verbrauchsgüter. 

 

Wir, die Experten von Forto und unsere innovative Technologie, ermöglichen es Ihnen, in Echtzeit auf dem Laufenden zu bleiben, Veränderungen im Frachtgeschäft rasch zu erkennen, frühzeitig zu reagieren und Maßnahmen zu ergreifen und damit auch in solch herausfordernden Zeiten die Lieferkette zu sichern.

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